Gerichtliche und private Sachverständigengutachten

Herr Thieltges ist als öbv Sachverständiger tätig für folgende Gerichtsbarkeiten:

Das Privatgutachten:

Im Gegensatz zum Gerichtsgutachten, das dem Sachverständigen die zu beantwortenden Fragen vorgibt, erfolgt die Klärung der im Gutachten zu behandelnden Aufgaben- und/oder Fragestellungen zwischen dem Auftraggeber und dem Sachverständigen. Der Auftraggeber benötigt hierbei häufig Hilfestellungen des Sachverständigen zur Ausformulierung der zu lösenden Streit- bzw. Fachfragen.
Kommt es doch zur gerichtlichen Auseinandersetzung, ist der Jurist des Auftraggebers durch das Privatgutachten eines kompetenten Sachverständigen in die Lage versetzt, mit dem Gutachten einen fachlich fundierten Parteivortrag in das Verfahren einzubringen. Schaltet das Gericht einen Sachverständigen ein, wird sich dieser mit dem Privatgutachten auseinander zu setzen haben und die Erwägungen des Privatgutachtens in seine Ausführungen einbeziehen.

Privates Sachverständigengutachten im Rechtsstreit:

Im Rahmen gerichtlicher Beweisverfahren kommt es häufig zu Verzögerungen, weswegen das Gutachten eines privaten Sachverständigen vor, während und nach dem gerichtlichen Rechtsstreit eine wesentliche Rolle spielt. Ist der Sachverständige kompetent, orientiert sich der vom Gericht bestellte Sachverständige am „qualifizierten Parteivortrag“ des privaten Sachverständigengutachtens. Im Rahmen von Baustreitigkeiten kommt es immer wieder vor, dass gerichtlich bestellte Sachverständige nicht über die gebotene Sachkunde verfügen. Auch wenn das Privatgutachten kein Beweismittel im Sinne der ZPO darstellt, kann die Vorlage eines privaten Sachverständigengutachtens vor einem Prozessverlust und/oder vor der Einholung mehrerer gerichtlicher Sachverständigengutachten bewahren und damit zur beschleunigten Konfliktlösung bzw. Streitbeendigung und der Reduzierung der Streitkosten beitragen.

Das Gerichtsgutachten:

Streitigkeiten werden vor den Zivilgerichten (Amts-, Land-, Oberlandesgericht, Bundesgerichtshof) nach der Zivilprozessordnung (ZPO) durchgeführt. Der Sachverständige erhält die Verfahrensakten vom Gericht.

Das selbstständige Beweisverfahren §§ 485 ff ZPO
Das selbstständige Beweisverfahren (§§ 485 ff. ZPO) sieht die Möglichkeit einer vorgezogenen Beweisaufnahme im Rahmen eines selbstständigen Beweisverfahrens durch einen Sachverständigen vor. Das Verfahren kann bei Unklarheiten oder bei drohendem Beweisverlust, zur Vermeidung zeit- und kostenintensiver Rechtsstreitigkeiten, sinnvoll sein. Die Einleitung des selbständigen Beweisverfahrens für den „Antragsteller“ erfolgt i.d.R durch den Juristen beim Gericht. Die Parteien können Sachverständige vorschlagen. Das Gericht kann den Sachverständigen bestimmen oder die Parteien auffordern, Sachverständige zu bezeichnen. Einigen sich die Parteien über bestimmte Personen als Sachverständige, so hat das Gericht dieser Einigung Folge zu geben.
Der Antragsteller formuliert Beweisfragen zu denen der gerichtlich bestellte Sachverständige gehört werden soll. Der Antragsgegner hat das Recht ergänzende Fragen –über das Gericht - an den Sachverständigen zu stellen. Der Sachverständige ist an die gerichtliche(n) Fragestellung(en) gebunden.

  • Datenschutz:
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Das Schiedsgutachten

Das Schiedsgutachten verfolgt das Ziel einer außergerichtlichen Einigung zwischen Konfliktparteien. Die Konfliktparteien einigen sich auf die Beauftragung eines Sachverständigen und unterwerfen sich in einem zu schließenden Schiedsgutachtenvertrag, rechtsverbindlich dem Ergebnis des Schiedsgutachtens.

Obwohl das Schiedsgutachten eine Möglichkeit darstellt, den Konflikt gegenüber gerichtlichen Verfahren kosten- und zeitreduziert zu lösen, wird das Verfahren von Konfliktparteien wenig genutzt.